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Durchgehend geöffnet
Das Bekenntnis zum Quartier ist durchaus Programm. «Wir können nicht davon ausgehen, dass alle <Schäfli>-Stammgäste auch hierher kommen, und die Touristen fallen gänzlich weg», sagen die Schudels. Deshalb orientieren sie sich auch an der neuen Umgebung. Als künftige Gäste sehen sie neben Quartierbewohnern Angestellte des nahen Bundesverwaltungsgerichts und der Gewerbebetriebe an der Zürcherstrasse, durch die Nähe zum Friedhof Feldli aber auch Trauergesellschaften.
 
Der «Schoren» ist deshalb durchgehend von 8 bis 24 Uhr geöffnet (Sonntag und Montag sind Ruhetage). «Es gibt auch am Nachmittag eine kleine Karte, es ist immer ein Koch da», sagt Priska Schudel. Und für Mütter mit Kindern gibt's sogar Stengelglace.

Die Speisekarte bietet klassische gehobene Küche – zu der natürlich die Klassiker aus dem «Schäfli» wie Kalbsleberli oder Milken gehören. Und täglich vier Mittagsmenus zwischen 14 und 21 Franken.
 
Stimmungsvoller Wintergarten
Die «Schoren»-Räumlichkeiten wurden entschlackt. Der Eingangsbereich wirkt freundlicher und heller, und vor allem ist das grossflächige Kartongemälde verschwunden, so dass der stimmungsvolle Wintergarten endlich wieder wie ein solcher wirkt. Das Platzangebot ist etwas kleiner als im «Goldenen Schäfli», und was für das Wirtepaar und die Angestellten ein Gewinn ist: Speiseraum, Fumoir, Wintergarten, Küche und sogar der Weinkeller liegen auf einer Ebene. Gross ist die Freude auf die Gartenwirtschaft. «Das hatten wir in der Altstadt nicht», sagt Priska Schudel. Was dort im Gegensatz zum «Schoren» ebenfalls fehlte, waren eigene Parkplätze.
 
Gastgewerbe im Wandel
Ein erfahrenes Wirtepaar wie die Schudels, das ist für den «Schoren» wie für die Stadt ein Glücksfall. Ihr Feuer für die Gastronomie ist eindrücklich, ebenso wie ihre Einschätzung des Wandels in der Branche. Dass heute jeder ohne weiteres ein Restaurant eröffnen könne, sei gefährlich, «das macht das Gastgewerbe kaputt», sagt Priska Schudel. Kritisch beurteilt sie auch die veränderten Essgewohnheiten: «Wenn die Leute über Mittag schnell im Stehen einen Hamburger essen oder sich im Büro aus der Tupperware verpflegen, geht die Geselligkeit verloren.» Dem will der «Schoren» auch mit den günstigen Mittagsmenus entgegenwirken.
 
Zu spüren bekommen hat die klassische Gastronomie auch die Tatsache, dass grössere Unternehmen zunehmend eigene Verpflegungsangebote für die Angestellten haben und dass das Vereinsleben anders geworden ist. Aber der Enthusiasmus der Schudels lässt keinen Zweifel, dass sie für diese Herausforderungen gerüstet sind.
  
Quelle: St.Galler Tagblatt, 08. Mai 2015, Beda Hanimann
 
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